Archiv 2015


07.11.2015 Immanuel-Kirche Laatzen

Orgelgeschichten bei Kerzenschein

In der 1961 erbauten ev.-luth. Immanuelkirche in Laatzen stand Samstag, der 07. November 2015, von „11 bis 11“ unter der Überschrift „Orgel – Tag und Nacht“. Der rote Backsteinbau, der von einem separat stehenden zeltförmigen Glockenturm überragt wird, beeindruckt durch seine schlichte, moderne Form, die auch bewusst den hölzernen Dachstuhl in die Gestaltung mit einbezieht. Hinter dem Altarkreuz öffnet sich das Gotteshaus nach außen durch ein asymmetrisch gestaltetes, mehrteiliges Fenster, das von verschiedenen Mosaiken umrahmt ist.

Das Kirchenschiff ist jetzt um 21 Uhr in ein geheimnisvolles Halbdunkel getaucht, nur wenige Kerzen an den Seitenwänden und im Altarraum lassen in etwa 35 Besucher erkennen, die sich auf die Stimme konzentrieren, die da Texte rezitiert. Auch das Gesicht der Vortragenden ist im Dämmerlicht kaum wahrzunehmen, und so lenkt nichts vom Inhalt der Stücke ab, den die Stimme schlicht, gar nicht dramatisch, aber dennoch oder vielleicht gerade deswegen beeindruckend zu den Horchenden hinüber bringt. Vor allem die letzte Geschichte, eine Sequenz aus dem Roman „Schlafes Bruder“ von Robert Schneider, fesselt mich und alle anderen im Raum. Kein anderes Geräusch ist nun zu hören, alles lauscht wie gebannt der Schilderung eines Orgelspiels, in dem sich das Leben dieses Orgelspielers mit all seinen Freuden und Leiden, mit all seiner Verzweiflung und Ektase, allen Höhen und Tiefen wiederspiegelt. 

Kirchenkreiskantorin Cornelia Jiracek von Arnim hatte Gabriele Rose aus Bennigsen eingeladen, unter dem Thema „Orgelgeschichten bei Kerzenschein“ Gedichte und Geschichten auszuwählen und der Gemeinde zu Gehör zu bringen. Frau Rose ist vielen von ihrem Vortrag „Zuhause bei Käthe und Martin Luther“ noch in guter Erinnerung. Neben dem bereits erwähnten Stück las sie Samstagabend kurze Prosastücke von Karl May und Hermann Hesse sowie verschiedene Gedichte, unter anderem von Christian Morgenstern und Friedrich Hebbel. Am Ende ihrer Lesung dankten die Zuhörerinnen und Zuhörer Frau Rose mit freudigem Applaus, gleichermaßen für den dargebotenen bunten Straus ganz unterschiedlicher Texte zu dem Thema „Orgel“ als auch für die faszinierende, ruhige Art ihres Vortrages.  

Den stimmigen Abschluss des 12-stündigen Orgelmarathons bildeten romantische Orgelstücke überwiegend englischer Komponisten, die ein Student der Musikhochschule Hannover gekonnt darbot, und als Nachtgebet der gemeinsam von allen Anwesenden gesungene Kanon „Herr, bleibe bei uns“.

 

[KFERose 09.11.2015]

18.10.2015 Kunstkreis Laatzen

Der Maler und Dichter Joachim Ringelnatz


Am Sonntag, den 18.10.2015, stellte Gabriele Rose einem interessierten Publikum den Maler und Dichter Joachim Ringelnatz vor.

Die Gedichte von den beiden Ameisen, die sich von Hamburg-Altona aus auf eine lange und dann doch überraschend kurze Reise machen, von dem Bumerang, der nicht wieder zurückkommt, und die Figur des Matrosen Kuddeldaddeldu sind vielen Liebhabern der Lyrik Joachim Ringelnatz natürlich bekannt, der Maler Ringelnatz jedoch nur wenigen.

Gabriele Rose, die sich schon mehrfach mit dem Dichter Joachim Ringelnatz in Vorträgen auseinander gesetzt hatte, wollte den Mitgliedern und Gästen des Kunstkreises Laatzen nun diese weniger bekannte Seite des Dichters zeigen. Dazu hatte sie, mit Unterstützung des Joachim-Ringelnatz-Museums in Cuxhaven, etliche Zeichnungen, Gouachen und Ölgemälde in einer Power-Point-Präsentation zusammengestellt, die sie zusammen mit Informationen zu den Bildern, zum Leben Ringelnatz‘ und in zu den Bildern passenden Gedichten kurzweilig vorstellte. Der autodidaktische Maler Ringelnatz fand seinerzeit großen Anklang mit seinen Bildern, die von zahlreichen Museen und Privatpersonen geschätzt und aufgekauft wurden, bis sie im Jahre 1933 als sog. „Entartete Kunst“ ebenso wie seine Dichtung der Nazi-Zensur zum Opfer fielen.

Viele dieser Bilder wurden in den Kriegswirren zerstört oder gingen verloren, einige verloren geglaubte tauchten glücklicherweise wieder auf und sind nun im Privat- oder Museumsbesitz, wie z.B. im Joachim-Ringelnatz-Museum in Cuxhaven, zu bewundern.

Die erfreulicherweise zahlreich erschienenen Zuhörer dankten der Referentin mit lebhaftem Applaus für ihren im wahrsten Sinne des Wortes „farbigen“ Vortrag. In ihrem Dankeschön drückte die Vorsitzende des Kunstkreises Laatzen, Frau Gorbuschin, den Wunsch und ihre Hoffnung aus, dass Frau Rose auch in Zukunft den Kunstkreis mit ihren Literaturvorträgen erfreuen möge. [Karlfried Rose]




[Fotos: Monika Gorbuschin und Karlfried Rose]


20.09.2015

Lesung in der Alten Kapelle in Empelde (Stadtteilbücherei)

Trotz des strömenden Regens hatten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer auf den Weg in die Stadtteilbücherei gemacht, um am Sonntagnachmittag den Geschichten und Gedichten von Inge Hübner aus Empelde und Karlfried Rose aus Bennigsen zu lauschen.

 

Inge Hübner eröffnete den bunten Reigen mit der Geschichte über einen jungen Mann, der auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela immer wieder den Weg einer schönen, aber in sich gekehrten und traurigen Frau kreuzt. Am Ende erkennt er, dass es seine Bestimmung gewesen war, der Verzweifelten den Weg ins Leben zurück zu ebnen.

Karlfried Rose ließ seine Zuhörer in „Die Nacht der Entscheidung“ die mittelalterliche, öffentliche Hinrichtung eines Delinquenten miterleben, ein Traum, der seine unerbittliche Entsprechung im realen Leben findet: Der Inhaber einer Firma muss seinen lebenslangen Freund und verdienten Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen. Danach las Rose Gedichte unter der Überschrift: „Durch das Jahr gehen“, in denen er Stimmungsbilder aus den vier Jahreszeiten eingefangen hatte.

Nach kurzer Pause erzählte Inge Hübner von der „Seereise“ eines älteren Ehepaares anlässlich ihrer goldenen Hochzeit. Als der Ozeanriese in einen orkanartigen Sturm gerät und die Menschen voller Panik reagieren, bleiben sie ruhig und gefasst und sind bereit, sich gemeinsam ihrem Schicksal zu stellen.

Im „Austernrausch“ setzt sich ein Ehemann gedankenlos über den Ekel seiner Frau vor den glitschigen Austern hinweg, auf deren Genuss er auf keinen Fall verzichten will. Er bringt sie sogar heimtückisch dazu, eine davon gegen ihren Willen herunter zu schlucken. In ihrer Panik richtet sie das kurze und stabile Messer, mit dem er zuvor die Auster geöffnet hat, gegen ihn.

„Wie war Dein Tag, Schatz?“ fragt der Rentner seine noch berufstätige Ehefrau bei ihrer Heimkehr. Er hatte sich seinen Ruhestand ein wenig entspannter vorgestellt, doch sie sorgt mit einem ausgefüllten Tagesprogramm dafür, dass keine Langeweile bei ihm aufkommen kann und der Haushalt tiptop auf Vordermann bleibt. Zum Lesen seiner vielen Bücher und sonstigen Liebhabereien bleibt da kaum Zeit. Mit dieser humorvollen Betrachtung über die Zeit nach der Berufsfron setzte Karlfried Rose seine Lesung fort. Anschließend trug er den Anwesenden Gedichte vor, die sich mit wesentlichenThemen des Lebens auseinander setzen: dem Älterwerden, der eigene Endlichkeit, dem Frieden in der Welt, der mit dem eigenen inneren Frieden beginnen muss, der Schönheit, die uns umgibt, auch im Kleinen, auch im ganz Alltäglichen u.a.m.

Herzlicher Beifall dankte den beiden Autoren für ihre Lesung und machte auch Mut, an eine Wiederholung im nächsten Jahr zu denken.

[Siehe auch: hallo Anzeiger Gehrden/Ronneberg 07.10.2015 Seite 4; Calenberger Zeitung 08.10.2015 Seite11]

11.09.2015 - RvB-Bibliothek  "Literatur im Bahnhof"

Zooflüchtlinge und ein fliegendes Klavier

Autorenlesung in der Rudolf-von-Bennigsen-Bücherei findet nur wenig Zuhörer

Bennigsen. Sie waren etwas erstaunt, die Protagonisten des Abends, die beiden Autoren Harald Malz aus Springe, Mitglied im Calenberger Autorenkreis sowie der Bennigser Karlfried Rose. Normalerweise rezitieren sie aus eigenen Werken oder gestalten einen literarischen Abend mit und aus Werken deutscher Schriftsteller vor vollbesetzten Rängen. Doch am Freitagabend wartete man vergebens auf die große Schar der Zuhörer.
Peter Kimmel, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Andenkens an Rudolf von Bennigsen (RvB), mutmaßte, dass das Sommerfest des Vereins auf dem darauffolgenden Sonnabend wohl für etwas Verwirrung gesorgt haben könnte. Doch das überschaubare Publikum tat der guten Laune des literarischen Duos Malz und Rose keinen Abbruch. Gekonnt unterhielten sie die etwa 15 Zuhörer mit ihren heiteren und nachdenklichen Alltagsgeschichten.
Malz’ „Bonzo kaputt“, Untertitel „Die Bedürfnisanstalt“ erzählt von einem gestrandeten Penner. Bonzo, bürgerlich Heinz Fromm, geschieden und ohne festen Wohnsitz, stets in Begleitung seines Hundes Chico machte die Bekanntschaft mit der afrikanischen Toilettenfrau Jolanda.
Diese erlaubte ihm das Übernachten im Pissoir. Am Tage erlebt er aus sicherer Entfernung das neue Liebesleben seiner Exfrau Petra, sieht die Gewaltausbrüche der Hooligans gegen Salafisten und die für ihn unerreichbaren Luxusartikel. Alles machte einen großen Bogen um ihn, denn er stank nach Urin. Doch nachts im Toilettenhäuschen, wenn er sich zur Ruhe gelegt hatte, dann träumte er von einer anderen Welt und dass er auf einem fliegenden Pony sich dem Himmel näherte.
Zwei Geschichten und ein kurzes Gedicht von Rose schlossen sich übergreifend an. In „Ruhe und Frieden“ sinniert Eberhard in die Zukunft. Er ist alleinstehend, wohnt verlassen in einem Haus um ihn herum ist Stille. Kein lauter Fernseher, keine Musik, er macht sich Gedanken über seine Söhne und den Freund seiner Ex.
Auch in „Stille Gedanken“ fragt sich der verlassenen Adalbert nach dem Sinn des Lebens. Er ist Rentner, bekämpft Ängste mit Alkohol. Langeweile löst er mit viel Lesen, ist aber unruhig und gereizt, sein Selbstbewusstsein gespielt. Den Weg zu seiner Liebsten hat er sich selbst verbaut, denn er hat das Vertrauen zu seiner Frau gebrochen.
Ein Schabrackentapir-Ilona- und ein Koboldmaki-Günter-, zwei Zooflüchtlinge waren die Hauptdarsteller in dem Malzschen Werk „Ilona, Günter und ich“. Schon nach wenigen Zeilen herrschte schallendes Gelächter durch den Raum. Zu komisch und belustigend war die Geschichte über die beiden sprechenden Zooflüchtlinge – wir sind nicht auf der Flucht und wollen nur übernachten.
Malz hatte das menschliche Verhalten dieser beiden Tiere – Ilona skypt per PC mit ihrer Tante in Sumatra und Günter liebt Klassik und Fernsehen – beschrieben, wie es skurriler nicht sein konnte.
Ebenso in der Welt der Fabel spielte die Geschichte vom „Fliegenden Klavier“. Ein Instrument in gewaltiger Unruhe, Deckel klappert, Rollen drehen durch: Ein Klavier flüchtet außer Haus. Der Autor mittendrin, fliegt mit, über Apfelbaum und Deisterkamm zum Maschsee. Flughöhe und Richtung erfolgen mittels Tasten und Pedalen. Rückflug über Leine und Marienburg mit sanfter Landung im Wohnzimmer.
Vermisst, gesucht und gefunden, so beschreibt Rose Erlebnisse eines Mannes, der eingeschlossen im Keller wie ein Fuchs in der Falle sitzt. Mit seinem Gedicht „Glück“ – ein offenes Wort heilt immer, fand dieser literarische Abend einen harmonischen Ausklang – trotz weniger Zuhörer.


[Reinhold Krause - Neue Deister-Zeitung 11.09.2015 Seite 8]

[s.a.: Aktuelle Woche 16.09.2015 Seite 1]


10.07.2015 - RvB-Bibliothek "Literatur im Bahnhof"


Ein Strauß Gedichte

AWO-Gruppe liest in Rudolf-von-Bennigsen-Bücherei 

Bennigsen. Einen vielfarbigen Strauß von Gedichten haben die Mitglieder der lyrischen AWO-Freundesgruppe ihren Zuhörern am Freitagabend in der Rudolf-von-Bennigsen (RvB) Bücherei überreicht.

Die Senioren stellten ihre selbst verfassten Verse auf Einladung des Fördervereins RvB vor. Ihr stellvertretender Vorsitzender, Karlfried Rose, bereicherte die Veranstaltung mit eigenen Kurzgeschichten. „Aua hab ich gesagt“, war der Titel einer seiner Geschichten, in der ein Ich-Erzähler über das gesellschaftliche Credo berichtet, dass Jungen und Männer nicht weinen sollen. Roses Fazit: „Männer möchten auch gerne einmal liebevoll getröstet werden. Ach, wäre das schön“.

Was sie bewegt, betrübt, anspringt, das setzt die Bennigserin Johann Beck in lyrisch um. Seit zwölf Jahren ist sie Mitglied der Freundesgruppe. Den Zuhörern in der RvB-Bücherei hatte sie unter anderem das Gedicht über ihre „Handtasche“ mitgebracht. Das sei durchaus autobiografisch zu verstehen, berichtet sie. Und so schmunzelten die Besucher über die Beschreibung von Beck als Beifahrerin, die unzählige Male ihre Tasche vom Fußraum des Autos wieder nach oben holen muss, um darin nach Spiegel, Lipgloss oder Hustenpastillen zu suchen: „Wo sind denn diese Bonbons bloß – und hol die Tasche vom Boden auf den Schoß“. Amüsant auch das Gedicht von Babette Reineke, die fürs Dichten im fortgeschrittenen Alter eine Lanze bricht.

Jedem Vortragenden war die Freude am kreativen Schaffen ins Gesicht geschrieben. An diesem Hobby möchten die Schreibenden auch künftig festhalten. Die Leiterin der AWO-Freundesgruppe, Ute Schönleiter, brachte es auf den Punkt: „Wir wollen auch weiterhin den Pegasus reiten“, sagte sie.br


[Text: Brinkmann-Thies, Neue Deister-Zeitung 13.07.2015 Seite 9; s.a. Desiter Anzeiger 16.07.2015 Seite 3]


                                                 

                                                Erfreuten mit ihren Werken: Dieter Baake, Karlfried Rose, Ute Schönleiter, Johanna Beck,

                                        Lotti Stadtlober, Brigitte Nitschke und Babette Reinecke.

                                       [Text: Brinkmann-Thies; Foto: Gabriele Rose] 


29.05.2015 - Lüderser Serenade

Reisebilder von Stefan Zweig - musikalisch illustriert

Bereits im 6. Jahr erklang am Freitagabend in der St. Marienkirche die „Lüderser Serenade“, in diesem Jahr mit Reisebildern von Stefan Zweig, die musikalisch illustriert wurden. Wie auch in den Jahren davor hatte Sabine Nauber, die Kirchenmusikerin der evangelischen Kirchengemeine Bennigsen-Lüdersen, die Gesamtleitung dieser Veranstaltung.

Gabriele Rose hatte die Texte ausgewählt und bearbeitet und trug sie zusammen mit ihrem Mann, Karlfried Rose, vor. Sylvia Glüer (Geige) und Leonhard Brandstetter (Gitarre) hatten abgestimmt zu den Reisezielen die Musikstücke ausgewählt, die in der stimmungsvollen und intimen Umgebung des mittelalterlichen Gotteshauses erklangen. Damit die rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörer die anderthalbstündige Reise gut überstanden, konnten sie sich vor und nach der Vorstellung mit einem trockenen Wein und schmackhaftem Reiseproviant stärken. 

Die wunderbare Sprache Stefan Zweigs entführten die Besucher nach Salzburg, Venedig, Paris und Chartres, Brügge und Sevilla. Die Texte waren exquisit ausgewählt und spannungsvoll vorgetragen. Die Musikalität der Sprache war in allen Texten spürbar, das Malerische der Sprache faszinierte ganz besonders in dem Reisebild über Chartres. 

Den Glanz über die Sprache setzte aber die Musik. Sylvia Glüer und Leonhard Brandstetter musizierten sehr einfühlsam und boten ein harmonisches Zusammenspiel von Violine und Gitarre, was seinen Höhepunkt sicherlich mit dem Reisebild Sevilla in "Andaluza" aus den "Danzas Espanolas" von Enrique Granados fand. Sylvia Glüer ließ ihre Violine in allen Schattierungen klingen, leicht und verspielt in "Drei Duette" von Kaspar Fürstenau, energisch, mitreißend in Sonate Nr. 1 a-moll von Nicolo Paganini und verführerisch in "Andaluza" von Granados. Leonhard Brandstetter war jedesmal ein kongenialer, einfühlsamer Duo-Partner.

Darüber hinaus lotete er als Solist sein Instrument aus, mal durch verklärt - träumerisches Gitarrenspiel in "La Catedral" von Augustín Barrios Mangoré, dann auch durch ganz besonders farbiges Spiel in der Sevillana von Joaquin Turina. In "Liebeslied" und "Abendlied" aus "Bardenklänge" von Johann Kaspar Mertz ließ Brandstetter seine Gitarre geradezu singen. 

Immer wieder wurden die einzelnen Beiträge mit begeistertem Applaus bedacht wie auch die gesamte Veranstaltung  am Ende des Abends. In anschließenden Gesprächen in und vor der Lüderser Kirche betonten die Zuhörerinnen und Zuhörer vor allem, wie gelungen sie die Verknüpfung der ausgewählten Texte mit der Musik erlebt hätten. 

Nach dem Motto: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ kann man darauf gespannt sein, unter welchem Thema die Reihe der Lüderser Serenaden im kommenden Jahr fortgesetzt wird. Für die Veranstalter und die Mitwirkenden ist das durchweg begeisterte Echo der Besucher Belohnung und Ansporn.

Drei der vier Protagonisten (Mitte): Leonhard Brandstetter, Sylvia Glüer, Karlfried Rose (v. li.)
Erwartungsvolle Spannung zuvor (links) und entspannte "Proviantnahme" nach der Vorstellung (rechts)


[Fotos: Gabriele Rose; Text: Karlfried und Gabriele Rose]
[Siehe auch: Neue Deister-Zeitung 01.06.2015 Seite 8; Deister Anzeiger 01.06.2015 Seite 3]

08.05.2015 - RvB-Bibliothek

Inge Hübner (von links), Karlfried Rose und Karla Kühn

lasen aus dem Fundus ihrer Kurzgeschichten. Voigtmann

Fast wie ein Tatort-Krimi

Calenberger Autoren überzeugen Publikum bei Lesung im Bennigser Bahnhof

Von Horst Voigtmann 

Bennigsen. Um eine Frauenleiche am Strand, verliebte Bäume und die Einsamkeit in der Nacht drehten sich die Geschichten, die Inge Hübner, Karla Kühn und Karlfried Rose vom Calenberger Autorenkreis jetzt bei einer Lesung im Bennigser Bahnhof dem Publikum präsentierten. 

Den Anfang machte Inge Hübner mit einer Krimistory unter dem Titel „Strandgut“. Dabei lieferte sie eine Geschichte ab, die mit ihren Verwicklungen und Wendungen sicher dazu geeignet wäre, daraus einen Tatort-Krimi zu drehen. 

Denn am Ende stellt sich heraus, dass die Frauenleiche am Strand und eine weitere gefundene männliche Leiche einiges verbindet. Nicht nur ist der Mann der Mörder der Frau vom Strand und nahm sich das Leben nach seiner grausamen Tat, die junge Frau hatte zuvor den Verkehrstod der Partnerin des Mannes verschuldet. 

Karla Kühn, die insgesamt drei Geschichten vorlas, brillierte mit ihrer doppelten, in sich verwobenen Liebesgeschichte, bei der es sowohl um zwei Bäume als auch um ein Menschenpaar ging, die sich besonders zueinander hingezogen fühlen. 

Feinsinnig erzählt und mit einem überraschendem Ende ausgestattet sind viele der Werke von Karlfried Rose. So auch die Geschichte „Nachts“, die er vortrug. In dieser Erzählung geht es um einen alt gewordenen Mann, der nachts aufwacht und sich wundert, dass seine Frau nicht neben ihm im Bett liegt. Er beginnt, sie vergeblich im Haus zu suchen, versucht sich daran zu erinnern, wann er sie das letzte Mal gesehen hat, doch er kann sich nicht daran erinnern. So bleibt der Platz neben ihm im Bett weiterhin leer – wie schon seit vielen Nächten.

Den rund 50 Zuhörern gefielen die mal spannenden, mal herzzerreißenden Geschichten. Wie sehr, zeigten sie mit lang anhaltendem Applaus für die drei kreativen Köpfe des Calenberger Autorenkreises.

[Text und Foto: Horst Voigtmann Deister Anzeiger 11.05.2015 Seite 3 und Neue Deister-Zeitung 11.05.2015 Seite 9]



[Fotos: Gabriele Rose]



Mai-Lesung in der RvB-Bücherei im Bennigser Bahnhof

In der Reihe „Literatur im Bahnhof“, der zweiten in diesem Jahr, lasen Inge Hübner und Karla Kühn vom Calenberger Autorenkreis zusammen mit Karlfried Rose aus ihren eigenen Werken vor rund vierzig Hörerinnen und Hörern. Zuvor hatte Karlfried Rose in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des RvB-Fördervereins Gäste und Mitwirkende willkommen geheißen. Bereits im 10. Jahr erfreuen sich die Lesungen in der Bennigser Bahnhofsbücherei großer und gleichbleibender Beliebtheit im Ort.

Auch wenn Karlfried Rose zu Beginn des Jahres, ebenso wie seine Frau Gabriele, wegen Differenzen mit einigen Mitgliedern den Autorenkreis verlassen hat, blieb er doch mit anderen dieser Gruppe freundschaftlich verbunden und freut sich, sie auch weiterhin als Gäste und Mitwirkende bei den Lesungen in Bennigsen begrüßen zu können.

Mit Freude konnte er als Vertreter der hiesigen Presse Herrn Horst Voigtmann begrüßen, der der Lesung bis zum Ende beiwohnte und darüber einen umfassenden und informativen Bericht schrieb, der in der NDZ und im Deisteranzeiger veröffentlicht wurde. 

Der reichliche Beifall auch am Ende der Lesung zeigte, dass unsere Zuhörer von der bunten Vielfalt der Beiträge wieder einmal sehr angetan waren. Hartmut und Elvira Rieck boten wie bei jeder Veranstaltung in der RvB-Bibliothek eine Verkostung eines trockenen Weißweines an, die von den Anwesenden gerne angenommen wurde.

Karlfried Rose kündigte auch die nächsten Lesungen in diesem Jahr an:

Am 10. Juli werden sechs Mitglieder des Lyrischen AWO-Freundeskreises aus Hannover, zu denen auch Johanna Beck aus Bennigsen gehört, eigene Gedichte vortragen. Ergänzt wird die Lesung durch kurze Geschichten von Karlfried Rose.

An 11. September werden Harald Malz aus Springe (Mitglied des Calenberger Autorenkreises) und Karlfried Rose aus eigenen Werken vortragen.

Am 20. November ist Petra Hartmann mit ihrem Krimi „Die Schlagzeile“ zu hören. Der Roman, aus dem sie Auszüge liest, spielt im Zeitungsmilieu. Viele werden Frau Dr. Hartmann, die inzwischen als freiberufliche Autorin tätig ist, noch als Redakteurin der NDZ kennen.

[Karlfried Rose 16.05.2015]

08.03.2015 - Stadtteilbücherei Ronnenberg-Empelde 

Gabriele Rose führt uns durch das Leben des Malers und Dichters Joachim Ringelnatz

Die Stadtteilbücherei Empelde ist im historischen Gebäude der Alten Kapelle, in enger Nachbarschaft zum Ronnenberger Frauenzentrum, in der Stillen Straße im Ortskern von Ronnenberg-Empelde beheimatet. Zum wiederholten Male berichtete G. Rose in diesen hellen und freundlichen Räumlichkeiten über das Leben und lyrische Werk eines deutschen Dichters. Im Oktober 2011 war Eduard Mörike der Gegenstand ihrer Lesung, am Sonntag, dem 08. März 2015, stand Joachim Ringelnatz, der Schöpfer der Kunstfigur des Matrosen Kuttel Daddeldu, im Mittelpunkt des Interesses.

Wer lieber vor einem größeren Auditorium auftritt, der ist hier in Empelde fehl am Platze, wer sich aber mit rund 20 äußerst interessierten Zuhörern in der räumlich begrenzten Alten Kapelle zufrieden geben kann, wird in Empelde voll auf seine Kosten kommen. Auch nach dem ca. 1 1/2stündigen Vortrag zeigten die Anwesenden keinerlei Ermüdungserscheinungen, sondern tauschten sich noch angeregt über das Gehörte aus. Frau Fender, die in ehrenamtlicher Funktion zusammen mit ihrem Team die Stadtteilbücherei betreut, hatte Gabriele Rose sehr freundlich begrüßt und bedankte sich anschließend – auch im Namen der Zuhörer – bei der Vortragenden für einen nicht nur informativen und anregenden, sondern auch sehr unterhaltsamen Nachmittag. Wer Ringelnatz nur von seinen kurzen, lustigen Versen her kennt, lernte hier auch den eher nachdenklichen, kritischen und besinnlich-feinfühligen Menschen kennen, der unter dem Auftrittsverbot, was einem Berufsverbot gleich kam, und dem Verbrennen seiner Bücher sowie dem Abhängen seiner Bilder durch die Machthaber des 3. Reiches zu leiden hatte. Gabriele Rose gelang es durch Form und Inhalt ihres Vortrages auch diese Seiten des Malers und Dichters empfindsam aufleuchten zu lassen.

Die anwesenden Gäste, die Veranstalterin wie auch die Referentin könnten sich eine Wiederholung der Veranstaltung – natürlich mit einem anderen Dichter – gut vorstellen.

[Text und Fotos: Karlfried Rose]




Ein Nachmittag mit Ringelnatz

Empelde. Mit viel Schwung und Wissen hat Autorin Gabriele Rose 20 Zuhörern in der Stadtteilbücherei in der ehemaligen Kapelle an der Stillen Straße das Leben und das Werk des Malers und Dichters Joachim Ringelnatz vorgestellt. Das Team der Bücherei hatte Freunde der Dichtkunst zu der Lesung eingeladen. „Wir freuen uns über den interessanten Nachmittag“, sagt Büchereileiterin Traute Fender.

[Calenberger Zeitung 09.04.2015 Seite 11]

06.02.2015 - Rudolf-von-Bennigsen Bibliothek im Bahnhof Bennisgen

Unter der Oberfläche

Gabriele Rose zeichnet  Joachim Ringelnatz’   Leben nach und spricht über seine Werke

Bennigsen. Er hat nur scheinbar leichte Kost produziert. Zumindest wenn man nach Hans Gustav Böttichers – besser bekannt als Joachim Ringelnatz – Zeitgenossen wie Hermann Hesse, Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder Karl Zuckmayers Einschätzungen geht. Sie alle zählten den mal humorvollen, mal nachdenklichen Autor zu den ganz großen Wortkünstlern. Und als solchen brachte Gabriele Rose den Besuchern ihres Vortrages Joachim Ringelnatz auch näher, verlor dabei jedoch den Menschen dahinter nie aus den Augen. 

Es ist voll in der Rudolf-von-Bennigsen-Bibliothek, als Rose mit ihrem Vortrag beginnt. So voll sogar, dass einige der Besucher im Parterre Platz nehmen müssen. Doch dank moderner Technik können sie trotzdem jedes Wort verstehen.       

Rose zeichnet den gewundenen Lebensweg des 1883 in Wurzen bei Leipzig geborenen Hans Gustav Bötticher gekonnt nach. Er wuchs als Kind eines Zeichners für Tapetenmuster und bekannten Kinderbuchautors und einer an Kunst begeisterten Mutter auf. Das färbte ab. Erste Werke seines Schaffens wurden bereits 1897 in der Zeitschrift „Kinderlust“ und in „Auerbachs deutschem Kinderkalender“ veröffentlicht. Wirkliches Interesse an seiner Dichtkunst kommt aber erst 1909 auf. In der Schwabinger Künstlerkneipe „Simplicissimus“ wird er von der Wirtin Kathi Kobus zum – wenn auch schlecht bezahlten – Hausdichter gekrönt.         

Rose erzählt anschaulich vom Lebensweg des zunächst aufmüpfigen Schülers, der schließlich Seemann wird, aber danach noch andere Berufe ausprobiert und schließlich beim Schreiben bleibt.   Erst nach dem Ersten Weltkrieg, den er als Soldat miterlebt, beginnt Bötticher unter dem Namen Joachim Ringelnatz zu zeichnen. 1920 heiratet er Leonharda Pieper.         

Seinen Lebensunterhalt verdiente er ab dann als Vortragskünstler seiner eigenen Gedichte, zunächst von München und später von Berlin aus.          

Während seine Frau, die er liebevoll Muschelkalk nannte, in München wohnte, feierte er seine größten Erfolge in Stuttgart, Hamburg, Frankfurt und Berlin. 1933 verhängen die Nationalsozialisten gegen ihn ein Auftrittsverbot.         

1934 stirbt Ringelnatz und hinterlässt neben seinen vielen Gedichten auch zahlreiche Bilder.         

Das Publikum ist begeistert, hängt Rose an den Lippen und bedankt sich schließlich mit großem Applaus für das anschauliche Lebensbild, das sie gewürzt mit vielen Gedichten gezeichnet hatte.

Text + Fotos VON HORST VOIGTMANN
[NDZ 09.02.2015 Seite 8]  s.a.:[Deister Anzeiger 09.02.2015 Seite 3]